PRÄVENTIVE KARDIOLOGIE: Endotheliale Dysfunktion

PRÄVENTIVE KARDIOLOGIE: Endotheliale Dysfunktion

Für Fachkreise: In der Pathophysiologie des atherosklerotischen Kontinuums steht die kurative Kardiologie meist am katastrophalen Ende, wenn vulnerable Plaques rupturieren und akute atherothrombotische Prozesse zur koronaren Gefäßokklusion und zum klinischen Bild des akuten Koronarsyndroms führen. Wenn die letzten Jahre auch die Mortalität rückläufig ist, so steigt die Morbidität mit der klinischen Krankheitslast der linksventrikulären Dysfunktion und zunehmender Patientenanzahl mit ischämisch bedingter Herzinsuffizienz. Da die culprit lesion sehr häufig ohne vorausgehende hämodynamische Relevanz ist, werden die Ereignisse oftmals unvermittelt und ohne Prodromi erlebt. Warten auf das Symptom birgt keine ausreichende Rationale.
Diese Überlegungen generieren den Sinn einer präventiven Kardiologie, die diesen Prozessen vorausgreift und präveniert (= zuvor kommt). Die erste Veränderung im atherosklerotischen Kontinuum stellt die endotheliale Dysfunktion dar. Klassische kardiovaskuläre Risikofaktoren oder Mangel an protektiven Faktoren (ungesättigte Fett-säuren, diverse Vitamine, aber auch Fitness und ausreichende Entspannung) führen über eine NO-defizitäre Situation im arteriellen Gefäßendothel zur Einschränkung oder Verlust der Dilatationsreserven.

Die deletären Folgen des NO-Mangels sind mannigfaltig: Interleukine und TNFα werden freigesetzt, prokoagulative Kaskaden angeschoben und eine Insulinresistenz promoviert. Experimentell ist die Fluss-mediierte Dilatation (FMD = flow mediated dilatation) schon länger etabliert. Seit Kurzem ist ein Funktionstest in der kardiologischen Früherkennung möglich. Da sich die endotheliale Dysfunktion vor Etablierung einer Intima-Media-Verdickung (IMT), Gefäßkalzifikation oder gar Arteriosklerose durch Reversibilität kennzeichnet, ist die FMD auch in der Lage den Erfolg präventiver Interventionen zu messen.

Der Fortbildungsnachmittag wird Ihnen nach Einführung in die pathophysiologischen Zusammenhänge, der prinzipiellen Messbarkeit endothelialer Dysfunktion auch in praktischen Demonstrationen den Einsatz der Methode in Klinik und Praxis darlegen. So wie heute die karotidale IMT-Messung und Plaque-Detektion bereits etablierte Methode ist, so bietet sich hier ein sehr viel früheres diagnostisches Armamentarium an, dass einfach durchführbar in den klinischen Alltag integrierbar ist. Wir wünschen spannende Anregungen zum Zwecke der Erweiterung des Spektrums Ihrer kardiologischen Praxis.

 

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