Statements & Positionen

Zukunftsdenker-Interview mit Prof. Dr. Uwe Nixdorff

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Zusammenfassung:

Prof. Dr. med. U. Nixdorff

Das Gesundheitswesen in Deutschland steht vor großen Herausforderungen wegen des demographischen Wandels als auch krankheitsspezifischer Veränderungen. Die Menschen sterben nicht mehr an den Erkrankungen früherer Zeiten (insbesondere communicable diseases, i.e. Infektionserkrankungen), sondern überleben zivilisatorische Erkrankungen wie den Herzinfarkt, der Sie polymorbidisiert und unter chronischen degenerativen Erkrankungen leiden lässt. Die Mortalität wird reduziert, aber die Morbidität erhöht.

Erkrankungen sind zu mindestens 80% lebensstil-assoziiert

Diese Probleme sind nicht – wie in den letzten Jahren versucht – durch (sozial-)politische Interventionen (immer wieder neue Gesundheitsreformen) zu bewältigen, da diesen in Unkenntnis der medizinischen Zusammenhänge ursächliche Herangehensweisen fehlen. Die Erkrankungen sind auch nicht mehr schicksalhaft, sondern zu mindestens 80% lebensstil-assoziiert. Große Studien wie die INTERHEART-Studie haben gezeigt, dass 80-90% der Herzinfarkte nicht notwendig sind. Es gibt ein riesiges Potential der Krankheitsvermeidung, dem sich eine Präventionsmedizin stellen kann. Diese Medizin ist noch unterentwickelt, auch noch nicht in den Curricula der Studiengänge verankert, aber für die Zukunft der Gesellschaft unerlässlich.

Medizinische Dienstleister verdienen an der zunehmenden Morbidisierung

Das in weiten Teilen unreflektierte Regulierungssystem, das auf die Sozialpolitik des Reichskanzlers Bismarck zurückgeht, hat zu lobbyistischen Versorgungsstrukturen geführt, in denen viele an Krankheit verdienen. Die Morbidisierung ist unheilvoller Nährboden von Verdienstquellen medizinischer Dienstleister, Versicherer, Pharmaindustrie, Sanitärhandwerk etc.

Unternehmen agieren bereits fortschrittlich im Vergleich zum (über-)regulierten Gesundheitssystem

Ökonomisch schlummert in einem adäquateren Herangehen an die Morbidisierung eine erhebliche Wertschöpfung (Megamarkt Gesundheit). Unternehmen investieren heute erheblich und zunehmend in das betriebliche Gesundheitsmanagement, das im Gegensatz zum (über-)regulierten Gesundheitssystem durchaus fortschrittlicher ist.

In Zukunft -> hin zu mehr Bewusstsein der Eigenverantwortung

Eine Zukunft für Gesellschaft, Unternehmen und den Einzelnen muss ein Anreizsystem für Gesundheit anstatt Krankheit haben. Hierdurch könnte mittel-langfristig ein tatsächlicher Paradigmenwechsel motiviert werden, der ein Bewusstsein der Eigenverantwortung, insbesondere für eine gesunde Lebensführung resultieren lassen könnte.

Interview der Zukunftsakademie Schloss Körtlinghausen

Gerhard Hochstein und Bernhard Pilgram

www.zukunfts-akademie.com

ausführliche Interview finden Sie hier als PDF

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